Ernährungstipps

Es gibt einen nützlichen Ernährungstipp: „Iss dein verdammtes Grünzeug, sonst stirbst du.“ Stimmt zwar nicht, ist mir aber irgendwie sympathisch und hat eine gewisse Tradition.

Aber für viele ist das einfach nicht egozentriert genug, also schieben sie fremden Ernährungsspezialisten Geld für irgendwelche Zauberbohnen und Seetang in den Rachen.

Die Hauptprobleme mit den Ernährungstipps von „Nahrungsmittelexperten“ sind folgende:

  1. Selbst angeblich gesunde Ratschläge ändern sich alle zwei Monate. Essen Sie ein Ei, bevor Sie morgens zur Arbeit gehen; ein Ei pro Tag lässt Ihre Arterien anschwellen wie einen Gartenschlauch. Fisch? Klar, natürlich. Oh, aber vielleicht keinen Fisch, der aus unseren belasteten Weltmeeren gefischt wurde. Oder Fisch, der in einer Fischfarm aufgezogen wurde. Ach, scheiße...
  2. Gesunde Ernährung wird zu einer Aufgabe, zu der selbst Herkules „Scheiß drauf“ sagen würde. Obst zum Frühstück ist toll - aber keine Orangen oder Orangensaft. Orangensaft zum Frühstück ist schlecht! Sie könnten genauso gut Krebs essen. Wenn Sie sich für Weintrauben entscheiden, mischen Sie sie nicht mit irgendetwas anderem. Und essen Sie Spinat nicht ohne Vitamin C dazu, sonst kann Ihr Körper „die Vitalstoffe“ nicht aufnehmen. Den Körper dazu zu bringen, dass er „die Vitalstoffe“ aufnimmt, ist geradezu beängstigend schwierig. In dieser Hinsicht leben wir alle auf des Messers Schneide.
  3. Viele Ernährungs-“Ärzte“ haben ihren Abschluss von der Quietscheente-Universität in Fantasia-Land und sind damit genauso gute Ärzte wie Dr. No und Dr. Mabuse.
  4. Weil die meisten Menschen inzwischen schon einmal etwas von Broccoli und Tomaten gehört haben, rechtfertigen diese Experten ihre eigene Existenz damit, dass sie Alternativkost empfehlen, die nicht mehr wie ein Nahrungsmittel aussieht. Selbst wenn man wollte, man kann diese Dinge - „ayurvedische reinigende Drei-Kräuter-Kombination Triphala“ - nirgendwo anders in der Welt kaufen als auf ihrer Website. Selbst anscheinend vernünftige Bücher empfehlen: „Integrieren Sie Paprikapulver in Ihre Ernährung - es ist ein guter Lieferant von Thiamin und Magnesium.“ Und wie? Bereitet man eine Paprikapastete zu? Streut man das Zeug auf Pommes frites?
  5. Der eifrige Gesundheitsjünger muss nicht nur lernen, wie man Seetang schluckt, sondern auch eine ganze Menge Selbsthilfe-Schwachsinn verdauen. Gillian McKeith empfiehlt, ein- und auszuatmen (was, um fair zu sein, ein gesunder Rat ist) und währenddessen wiederholt „Ich liebe mich“ zu sagen (was wie das Gefasel eines vollkommenen Idioten klingt) . Und hier noch ihr „kleines Geheimnis“: Täglich fünf Minuten auf einem Trampolin springen. Und währenddessen wahrscheinlich „Ich errege mich! Ich errege mich!“ rufen.