Die Aktionsgesellschaft und der Spassvorstand

E-Bay. Ein Interessent hat nach meinem Skype-Handle gefragt weil er eine "komplizierte Frage hatte". Nett (read: DOOF) wie ich bin, hab ich ihm das gegeben. Folgendes kam dabei heraus (ich bin M):

A: Geht auch Sofortkauf?

M: Kommt drauf an, wieviel bieten Sie denn an?

A: 270 EUR

M: Hmm. Das ist ja weniger als jetzt schon geboten wurde.

A: Ja, aber sie sparen die Ebay-Gebühren und ich würde das Geld sofort nach Erhalt der Ware bezahlen.

M: Das ist doch Blödsinn. Ich würde trotzdem 300 EUR draufzahlen. Und selbst wenn ich so bekloppt wäre und nicht für 2 cent rechnen könnten, warum sollte ich Ihnen erst die Ware schicken und dann drauf hoffen, dass sie mich bezahlen?

A: Da brauchen Sie keine Angst haben, ich bin ein ehrlicher Geschäftsmann.

M: So ehrlich, dass Sie versuchen mich hier zu bescheissen?

A: Ich bin Vorstand einer großen Aktionsgesellschaft, ich habe das nicht nötig!

M: Aha. Verstehe. Große Aktionsgesellschaft...

A: Ja. Aber jetzt will ich auch keine Geschäfte mehr mit Ihnen machen. Ich muss in eine Sitzung.

M: Wahnsinn... Ich bin wirklich sprachlos. Ehrlich. Und das an einem Montag. Wenn die Woche so weiter geht, kann ich Mittwoch wieder frische Psychopharmaka in der Apotheke holen...

A: Arschloch!!!! Meine Rechtsabteilung wird sich diesen Fall einnehmen!!!!

Session closed

Ernährungstipps

Es gibt einen nützlichen Ernährungstipp: „Iss dein verdammtes Grünzeug, sonst stirbst du.“ Stimmt zwar nicht, ist mir aber irgendwie sympathisch und hat eine gewisse Tradition.

Aber für viele ist das einfach nicht egozentriert genug, also schieben sie fremden Ernährungsspezialisten Geld für irgendwelche Zauberbohnen und Seetang in den Rachen.

Die Hauptprobleme mit den Ernährungstipps von „Nahrungsmittelexperten“ sind folgende:

  1. Selbst angeblich gesunde Ratschläge ändern sich alle zwei Monate. Essen Sie ein Ei, bevor Sie morgens zur Arbeit gehen; ein Ei pro Tag lässt Ihre Arterien anschwellen wie einen Gartenschlauch. Fisch? Klar, natürlich. Oh, aber vielleicht keinen Fisch, der aus unseren belasteten Weltmeeren gefischt wurde. Oder Fisch, der in einer Fischfarm aufgezogen wurde. Ach, scheiße...
  2. Gesunde Ernährung wird zu einer Aufgabe, zu der selbst Herkules „Scheiß drauf“ sagen würde. Obst zum Frühstück ist toll - aber keine Orangen oder Orangensaft. Orangensaft zum Frühstück ist schlecht! Sie könnten genauso gut Krebs essen. Wenn Sie sich für Weintrauben entscheiden, mischen Sie sie nicht mit irgendetwas anderem. Und essen Sie Spinat nicht ohne Vitamin C dazu, sonst kann Ihr Körper „die Vitalstoffe“ nicht aufnehmen. Den Körper dazu zu bringen, dass er „die Vitalstoffe“ aufnimmt, ist geradezu beängstigend schwierig. In dieser Hinsicht leben wir alle auf des Messers Schneide.
  3. Viele Ernährungs-“Ärzte“ haben ihren Abschluss von der Quietscheente-Universität in Fantasia-Land und sind damit genauso gute Ärzte wie Dr. No und Dr. Mabuse.
  4. Weil die meisten Menschen inzwischen schon einmal etwas von Broccoli und Tomaten gehört haben, rechtfertigen diese Experten ihre eigene Existenz damit, dass sie Alternativkost empfehlen, die nicht mehr wie ein Nahrungsmittel aussieht. Selbst wenn man wollte, man kann diese Dinge - „ayurvedische reinigende Drei-Kräuter-Kombination Triphala“ - nirgendwo anders in der Welt kaufen als auf ihrer Website. Selbst anscheinend vernünftige Bücher empfehlen: „Integrieren Sie Paprikapulver in Ihre Ernährung - es ist ein guter Lieferant von Thiamin und Magnesium.“ Und wie? Bereitet man eine Paprikapastete zu? Streut man das Zeug auf Pommes frites?
  5. Der eifrige Gesundheitsjünger muss nicht nur lernen, wie man Seetang schluckt, sondern auch eine ganze Menge Selbsthilfe-Schwachsinn verdauen. Gillian McKeith empfiehlt, ein- und auszuatmen (was, um fair zu sein, ein gesunder Rat ist) und währenddessen wiederholt „Ich liebe mich“ zu sagen (was wie das Gefasel eines vollkommenen Idioten klingt) . Und hier noch ihr „kleines Geheimnis“: Täglich fünf Minuten auf einem Trampolin springen. Und währenddessen wahrscheinlich „Ich errege mich! Ich errege mich!“ rufen.

Dylan vs. Andrea Berg

Morgens 9:30 Uhr, die Straße ist durch einen ladenden LKW komplett blockiert. Vor mir einige Fahrzeuge, die Sonne scheint, das Dach ist auf. Die Musik zugegebenermaßen etwas lauter, aber bei weitem nicht laut genug, um nachfolgende Situation zu provozieren.

Der Fahrer des Autos vor mir steigt aus, und läuft auf mein Fenster zu.

Fahrer: „Geht's noch lauter?“

Ich: „Guten Morgen. Ja, aber ich glaube, die Maximalleistung meiner Musikanlage ist nicht wirklich Ihr Anliegen, oder?“

Fahrer: „Nee, machen Sie den Scheiß mal aus!“

Ich: „Das ist kein Scheiß, das ist Dylan.“

Fahrer: „Das ist mir scheißegal, ich höre ja auch nicht total laut Andrea Berg im Auto!“

Ich: „Mit Verlaub, aber Dylan und Andrea Berg haben bestenfalls das zugrundeliegende physikalische Prinzip der Musik gemein.“

Fahrer: „Hörmal Du Affe, Du kommst dir wohl besonders klug…“

Ich: „Ich unterbreche nur ungern, aber es geht weiter.“

Während der Fahrer wieder zu seinem PKW geht, höre ich noch, wie er sagt : „ Der hat aber Glück gehabt!“

Und damit hatte er zweifelsfrei recht, wenn ich mir diesen kurzen Ausschnitt seines Lebens anschaue.

Why the new Macbook Pro Retina matters

Most of the time, a new upgrade cycle doesn’t change the world. The specs are bumped up a bit, maybe a new feature or a little design change. Then sometimes, a completely new device comes along, that changes everything. Like the iPad or the iPhone. And then there is the combination of the two. A rare incident where a, at first glance, seemingly small upgrade has a big impact on the overall experience of a product.

And that’s exactly what happened with the Macbook Pro Retina.

I can remember the first time I used an HP iPaq, maybe around 2000. A shitty device with as little as 64MB memory, which was completly erased, if the battery ran dry. All I could really use it for, was reading stuff I put on it at home and managing my appointments. Then HP issued a small update, that let me pair the iPaq with my mobile phone via bluetooth.

And what a difference that made.

Now, all of a sudden, this stupid device became so incredible useful. I could get my e-mail and „use the internet“ anywhere. My whole understanding of „online“ changed. Now it wasn’t something I did, at a certain place at a certain time anymore . „Going Online“ became „being online“. That was a fundamental change.

And so is the Macbook Pro Retina. It is a redefinition, of not just the screen, but the whole user experience of a PC. When you look at a Macbook, you instantly see how important the screen is. There is just not much else. The design is clean, it’s incredibly thin and light, despite being unbelievably powerful. There is almost nothing the screen can hide behind.

And because of this, there is almost nothing between you and the software. The device becomes the application. One piece of software at a time. This is great news for thoughtfully designed software. It just gets better on these Macbooks. And it’s also good news for badly designed, inhumane software. Not for the maker, but for the rest of the world. People will realize how crappy this software really is, and hopefully, stop using it.

All these things are great and important, but have so far nothing to do with the increased resolution of the retina display.

The 4-times higher resolution makes content way easier to read. Looking at pictures reveals details, you’ve never seen before.

And that is nothing else than „getting out of the way“. The screen gets out of your way, to give you a much more lifelike experience. It is hard to describe, but once you saw it, you will know what I mean.

But what does this mean for you, as a creator of software or websites? Do you need to „update“ your content? Absolutely not. If all you do is „update“, then just stick with what you have now. What you need to do is: rethinking everything.

Let me give you an example:

Icons and other placeholders play a huge role in most websites and applications. Just updating, means higher resolution icons, that are nice to look at. But they can be so much more. Why not give the user actual information in these placeholders? The retina display can do that.

Look at every single detail, as small as it may seem to you. And you know why? Because the user will too. People will look at their screen from insanely small distances. And that’s a good thing! This „pixel-peeping“ gets them involved with your software, your website. Do the same. Get upset about a gradient or line-width. OCD all over the place.

And when is a good time to do this? Now. Now is a good time.

It’s obvious, that only a few people have a retina-display at their hands right now. But I guess, that no one, not even the simplest of minds, will deny that this is the future. So get a head start, as long as you can.

If you wait until there’s a „big enough-userbase“, you are stupid enough to work at Microsoft. Go ahead, send them your resume.

Even more stupid: waiting until your clients or users ask for it.

They won’t.

Dann ist ja gut

Fahrstuhl, ich packe gerade meine (sehr große und auffällige) Fotokamera in eine andere Tasche, als sich die Tür öffnet und eine junge Dame hineinkommt.

"Nimmst Du mich heimlich auf?", fragt sie, als ich gerade die Kamera wegpacke.

"Nein. Und ich glaube, Du kennst die Bedeutung von "heimlich" nicht.

"Warum denn nicht?", entgegnet man mir sichtlich erstaunt.

"Kein Film drin", antworte ich, um die Situation etwas aufzulockern.

"Ach, die ist fürs Kino? Oder bist Du vom Fernsehen?!, gerät die Frau immer weiter in Extase. "Ist das sone Undercoversendung?!"

Die Tür öffnet sich wieder, ich verlasse schnell den Aufzug und gehe den Rest zu Fuss.

Neulich bei Saturn...

Haupteingang von Saturn.

Ich und ein Türsteher. Migrationshintergrund. Früher Handyverkäufer, jetzt "Security" bei Saturn. Reine Vermutung.

Türsteher: "Moment, bitte. Die Tasche schliessen Sie ein."

Ich: "Nein."

Ich bin dabei weiterzugehen, der junge Mann kommt angestürmt und schneidet mir den Weg ab.

Türsteher: "Wo wollen Sie hin?"

Ich: "Da kann man selber drauf kommen, aber ich sag es Ihnen: In den Laden."

Türsteher: "Nee. So aber nicht. Nicht mit der Tasche."

Ich: "Aha. Gibt's jetzt eine Kleiderordnung für den Saturn?"

Türsteher: "Nein, aber da kann ja was drin sein..."

Ich: "Sowas wie eine Bombe?"

Türsteher: "Nein, also, ja auch. Aber da können Sie ja was rein tun!"

Ich: "Das stimmt wohl. Ist ja auch eine der Aufgaben einer Tasche."

Türsteher: "Ja. Aber nicht bei uns. Das geht nicht."

Ich: "Was genau geht jetzt nicht? Sachen die ich hier kaufe damit zu transportieren? Kleinere Sachen gingen doch. Das da jetzt kein Fernseher reinpasst, ist mir auch klar."

Türsteher: "Ach, also. Sie können doch da Sachen reintun, die sie nicht bezahlen!"

Ich: "Ach? Das darf man?"

Türsteher: "Nein! Natürlich nicht!"

Ich: "Ich dachte schon. Das wäre ja nen dolles Ding gewesen!"

Wir schauen uns länger an. Besser: Ich schaue, er denkt sichtbar.

Türsteher: "Tun Sie die Tasche jetzt weg?"

Ich: "Nein. Da hab ich ja mein Notebook drin. Nachher kommt das noch weg hier. Ausserdem brauch ich das im Laden."

Türsteher: "Neee!! Das geht mal garnicht. Wenn Sie damit rauskommen und das sieht einer, dann haben Sie ein RICHTIGES PROBLEM!"

Ich: "Wieso das denn?"

Türsteher: "Weil Sie keine Sachen mit reinnehmen dürfen, die es auch im Laden gibt!"

Ich: "Uiiihh. Garnix?"

Türsteher: "Nein. Garnix."

Ich: "Dann isses ja gut, dass Saturn keine Unterwäsche verkauft, was?"

Türsteher: "Was? Wieso? Aeehhmm..."

Ich: "Naja, ich hab jetzt auch wenig Zeit, ich brauch noch eine kleinere Tasche für mein Notebook. Ich geh dann mal rein."

Türsteher: "Das glaube ich nicht!"

Ich: "Sehr gute Einstellung, nicht immer direkt alles glauben was die Leute einem erzählen. Schönen Tag noch!"

Ich setzte meinen Weg fort, der Türsteher verzichtete darauf, mich gewaltsam am Eintritt zu hindern :)

Calibrating the iPad display

As I'm using the iPad with the wonderful Air-Display from Avatron, I was wondering, if I could calibrate the display to get even better color accuracy when editing photos "in the field" on my Macbook Air.

Turns out, I can.

Here's how to do it.

First activate Air Display and make sure you don't select "use Retina Resolution if available" or otherwise you'll end up with a Spyder3 window that is far too small to be of any use. After calibration turn it back on again as it is just marvelous to look at pictures on a nearly 300PPI display.

DSC 0541

Set the brightness of your iPad to a mid-range level. Cranking it all the way up may look great, but tends to seriously fuck up the calibration and gives me a headache.

Now fire up the Spyder3 application (or whatever software you use) and select your iPad as calibration-target. The application window should move to the iPad display.

Lay the iPad flat-down, place the sensor on it and start the calibration.

DSC 0543

That's it. Just wait a few minutes and you'll have your color-profile.

But…

I think there really is no need to go through all of this. The calibrated output varies so little from the factory preset, that you'll only see a difference under optimal lighting conditions and in a direct comparison.

The iPad display (at least from the iPad 3) is just fantastic. Color reproduction even for highly saturated colors is accurate and the gamut is mind blowing.

Just take a look at these charts:

Spyder3Elite 4 0 2

Red: iPad 3, blue: Apple LED Cinema Display 27"

Spyder3Elite 4 0 2

Red: iPad 3, blue: Wacom Cintiq 24HD

Spyder3Elite 4 0 2

Red: iPad 3, green: sRGB, purple: AdobeRGB (mostly NTSC)

Remarks to a small percentage of readers: This process does not calibrate your iPad display per se. It only works when acting as an external display with Air Display. There is no need to tell me this in the comments. This may be what you're looking for: Datacolor Spyder Gallery.

Also, you do not have to ask me "Why did you do this when you say later there is no need?". There are other ways to prove that you're an idiot. Be creative.

Nikon D800 and 1080/30P HDMI output

The Nikon D800 is a great camera for video. At least in a studio setup. One of the reasons is the ability to output uncompressed 10 bit video via HDMI. Just add a Blackmagic Intensity to your system and you're good to go.

Having uncompressed video that can be captured as Apple ProRes422 is fantastic for keying. And the better your key to begin with, the less work in post.

Setup is fairly straightforward, the D800 outputs video via HDMI without any on-screen-menu in exactly the same format you chose for recording. Except... it does not.

Here's the catch: When you choose "1920x1080 30P", it's really an "1920x1080 29.97P" output.

When you KNOW this, all is good. If not, you'll be swaping cables, rebooting your system several times and scratching your head why the hell you don't get a picture with the Intensity.

That said, select "1920x1080 29.97P" on the Intensity as input-format and have fun!